Theatergeschichte...
Die Ursprünge des Theaters liegen vermutlich in allen Kulturkreisen im religiösen Kult. Feiern zu Ehren von Göttern ließen das Verlangen entstehen, die überlieferten Mythen auch plastisch darzustellen. Eines der ältesten Beispiele dafür ist die pantomimische Darstellung des Osiris-Mythos im alten Ägypten, die durch Tempelinschriften aus der Zeit um 2000 v. Chr. belegt ist. Neben dieser kultischen Wurzel kann man eine zweite Wurzel im Auftauchen von Gauklern und Taschenspielern annehmen, die auf dem menschlichen Trieb zu Nachahmung und Karrikierung beruhen. Diese Wurzel aus dem einfachen Volksleben lässt sich zeitlich allerdings nicht festlegen.

Die Durchdringung dieser beiden Elemente hat dazu geführt, dass sich das Theater als selbstständige Kunstform vom religiösen Kult gelöst hat.

Theater (v. frz. théâtre < lat. theatrum < griech.: théatron Schaustätte; v. theasthai anschauen) ist die Bezeichnung für eine szenische Darstellung eines inneren und äußeren Geschehens als künstlerische Kommunikation zwischen Akteuren (Darstellern) und dem Publikum. Mit dem Wort "Theater" kann das Gebäude gemeint sein, in dem Theater gespielt wird, oder der Prozess des Theater-Machens oder auch allgemein eine Gruppe von Menschen, welche in einer wie auch immer gearteten Organisationsform Theater machen. "Theater" ist also ein im Grunde sehr amorpher Begriff; die Theater-"Landschaft" ist so vielfältig und differenziert, dass man, selbst wenn man den Focus nur auf Europa (und vielleicht noch Nordamerika) richtet, kaum allgemein gültige Aussagen treffen kann.

Schauspieler

Schauspieler agieren in Bühnen-Aufführungen und Filmen; sie sind unter bestimmten Voraussetzungen darstellende Künstler. Schauspieler können in ihrem Beruf kein entfremdetes Produkt herstellen; sie können in ihrer ureigenen Arbeit nichts als sich selbst anbieten, ihren Körper, ihre Stimme, ihr erlerntes Können, ihre angeeigneten Fähigkeiten, ihre Persönlichkeit.

Definition


Die Kunst des Theater-Schauspielers besteht darin, eine in vielen Proben erarbeitete Figur, die mit seiner eigenen Persönlichkeit nicht identisch ist, über die Dauer einer (womöglich mehrstündigen) Aufführung glaubhaft darzustellen, für den Zuschauer echt ("wahr") erscheinen zu lassen. Der Zuschauer muss dem Schauspieler abnehmen, was er zeigt.

Vom Film- und Fernseh-Schauspieler wird gefordert, seine Darstellungskunst in (meist) kurzen Sequenzen abzurufen und Bewegungsabläufe wie Emotionen punktgenau zu setzen. Schauspiel-Kunst wird abhängig vom Zeitgeist beurteilt und unterliegt ständigem Wandel. In Stummfilmzeiten gab es große Schauspielkunst, die mit dem Aufkommen des Tonfilms obsolet wurde. Theatralische Darstellung aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts, filmisch dokumentiert, erscheint heute lächerlich. Artifizielle schauspielerische Leistungen der Peking-Oper oder fernöstliches Tanztheater bleiben dem Mitteleuropäer letztlich unverständlich, weil die Bedeutungsvorräte für Mimik und Gestik fehlen.

Sparten des Theaters

Sprechtheater

Sprechtheater basiert auf einem durch das gesprochene Wort ausgetragenen, gespielten Konflikt, der in einer Aufführungssituation vor Publikum gezeigt wird. Dabei verkörpern die Schauspieler/ Darsteller verschiedene Rollen des komischen oder tragischen Theaters. Entscheidend für das Spiel sind die unter dem gesprochenen Text liegenden Subtexte. Sie ermöglichen das lebendige Spiel der Schauspieler, wenn z.B. der Text ein Ja! aussagt, jedoch ein Nein! von dem Bühnenautor gemeint ist. Sprechtheater ist eine Theater-Sparte, die Tragödie, Komödie und Schauspiel umfasst.
MusiktheaterMusiktheater ist eine der drei klassischen Sparten des Theaters, die anderen sind Sprechtheater (Schauspiel) und Tanztheater (Ballett). Es gibt auch Mischformen.Zum Musiktheater gehören alle Formen, die dramatische Handlung, ausgedrückt in Bewegung und Sprache, mit Musik verbinden; so das Singspiel, die Oper, die Operette und das Musical. Ursprünglich gehörten zu Aufführungen des Musiktheaters sowohl Schauspieler und Sänger (ggf. in Personalunion) als auch Musiker (mindestens einer, meist aber mehrere oder ein Orchester). In neuerer Zeit erfolgt die Musikeinspielung oft auch von Tonträgern. (Musical-Tabu)Musiktheater ist auch die Bezeichnung für das architektonisch wertvolle städtische Musiktheater in Wien.Musiktheater wurde auch zum Genrebegriff für das durch Walter Felsensteins Opernreform an der Komische Oper Berlin begründete dramatische Operntheater, das sogenannte "Realistische Musiktheater".

Puppentheater

Ein Puppentheater (auch Figurentheater) ist eine Sonderform des darstellenden Spiels. Es hat im Idealfall den von einem Puppenspieler animierten Artefakt als Agierenden im Zentrum der Inszenierung. Als theaterähnliche, oftmals das Theater im Kleinen (Kleine Form) nachahmende Unterhaltung der (zahlenden) großen oder kleinen Zuschauer wird das Puppenspiel (in Österreich) fälschlicherweise oft nicht als seriös betrachtet, ja - abwertend - als Kinderkram (Kaspertheater) verachtet.

Improvisationstheater

Improvisationstheater (oft auch kurz Improtheater) ist eine Form des Theaters, bei dem improvisiert wird, d.h. es wird eine oder es werden mehrere zuvor nicht einstudierte Szenen gespielt. Die Spieler kommen auf die Bühne und wissen nicht, was passieren wird. In der Regel bekommen sie ein Thema oder einen Vorschlag aus dem Publikum. Der Moderator fragt z.B. nach einem Ort, einer Beziehung, einem Beruf, einer brenzligen Situation, nach einem Gefühl, nach Ihrem letzten besuchten Kinofilm. Diese Vorschläge sind dann Auslöser und Leitfaden für die daraufhin spontan entstehenden Szenen. Häufig werden die Spieler durch einen - häufig ebenfalls improvisierenden - Musiker begleitet.Eine Geschichte entsteht aus der Spontanität und gegenseitigen Inspiration der Impro-Spieler, oft fern ab von der Rationalität. Das tägliche Leben wird zur Bühne. Der verneinende Intellekt weicht der Phantasie. Damals gilt, was heute gilt: Bin ich inspiriert, geht alles gut, doch versuche ich es richtig zu machen, gibt es ein Desaster. (Keith Johnstone 1993).Die Grundlagen des modernen Improvisationstheaters sind die Commedia dell'Arte und die Stegreifkomödie.

Commedia dell'Arte

Der Ausdruck Commedia dell'Arte (italienisch etwa: Berufsschauspielkunst), treffender "Commedia al'improvviso", bezeichnet die italienische Stegreifkomödie, deren Typen und Masken feststanden (Arlecchino, Pantalone, Colombina, Dottore u. a.), und die einer festgelegten Dramaturgie folgte.Die Commedia dell'arte entwickelte sich in Italien im 16. Jahrhundert aus verschiedenen, bereits im Mittelalter existierenden Gruppen meist nicht professioneller Akteure (zusammengefasst unter dem Begriff "giullaresca"), wurde von Wandertruppen über ganz Europa verbreitet und hatte großen Einfluss insbesondere auf das spanische Theater, auf das englische, französische und deutsche Lustspiel des 17. und 18. Jahrhunderts und das Wiener Volkstheater. Während der Französischen Revolution wurde sie in Frankreich, wo die Commedia seit Louis XIV. ihren festen Standort hatte, verboten, spätestens in der Zeit Napoleons war diese einst dominierende europäische Theaterform praktisch verschwunden. Vor allem in Russland wurde sie Anfang des 20. Jahrhunderts in unterschiedlicher Form wiederentdeckt und -belebt, insbesondere durch Wsewolod Meyerhold.Die Dramaturgie der Commedia dell'Arte dient als Grundlage für Theaterstücke (Shakespeare, Moliere, Nestroy, etc), Comics (Donald Duck, Mickey Mouse), Fernsehserien (Dallas, etc) und Filmdrehbücher.Die Commedia dell'Arte wurde im 20.Jahrhundert in Europa durch Max Reinhardt, Giorgio Strehler und David Esrig wiederbelebt. Dario Fo revitalisierte Methoden der Commedia dell'arte.Carlo Boso in Paris und Markus Kupferblum in Wien versuchen die Tradition der Commedia im heutigen Theater lebendig zu halten.

Stegreifkomödie

Die Stegreifkomödie (fälschlich auch Stehgreifkomödie) ist Grundlage des Improvisationstheaters.
Herkunft"Kein Problem, das mach ich aus dem Stegreif"- diese Redewendung hören wir häufig. Auch kennen wir Komposita wie Stegreifspiel (improvisiertes Schauspiel), oder Stegreifübersetzung (mündliche Übersetzung ohne Vorbereitung).Ursprünglich stammt dieser Ausdruck aus dem Bereich des Reitens. Noch bis ins 18. Jahrhundert war Stegreif eine gängige Bezeichnung für Steigbügel. Der erste Teil des Wortes lässt sich auf das heute noch bekannte Verb steigen zurückführen. Das Wort Reif im zweiten Teil des Kompositums wurde früher in der Bedeutung von Strick verwendet. Unterhalb des Sattels gab es demnach früher eine Seilschlinge, in die der Reiter seine Füße stützen konnte.Überbrachte der Reiter nun eine eilige Botschaft, geschah dies aus dem Stegreif: ohne vom Pferd zu steigen, sondern aufgerichtet im "Stegreif" übermittelte er die wichtigen Informationen so schnell wie möglich.

Straßentheater

Als Straßentheater werden heute Formen des Theaters bezeichnet, die im öffentlichen und urbanen Raum stattfinden. An zahlreichen Orten in Österreich sind seit den 80er Jahren Festivals entstanden, die sich ausschließlich diesem Genre widmen. Ungezählte Aufführungen erreichen jedes Jahr ein Millionenpublikum. Die meisten Veranstaltungen finden bei freiem Eintritt statt und sind somit für jedermann zugänglich. Anders als das herkömmliche Theater ist es keine Veranstaltung für Eliten, sondern richtet sich direkt an alle Menschen. Deswegen wird es vornehmlich, wie sein Name impliziert, auf Straßen gespielt, aber auch auf Plätzen, in Parks oder beispielsweise an Häuserfassaden oder auf Bäumen. Das Straßentheater kommt meist ohne ein herkömmliches, begrenztes Repertoire aus und verlässt sich auf die kreativen Kräfte, die durch Improvisation hervorgerufen werden können.
Quellen: Wikipedia


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